WAZ

08/2002 Sparkassen-Baupläne im Sperrmüll
„Mit Ihrem herausragend gelungenen Umbau hat sich die Sparkasse weiter geöffnet – zur Stadt hin und zu den Menschen.“ So pries Essens Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger vor einem Monat die wieder eröffnete Sparkassenzentrale. Jetzt allerdings ist die Öffnung ein wenig sehr weit gegangen. Wer wollte, konnte am Wochenende die Baupläne bis ins Detail studieren: Sie flatterten aus einem achtlos abgestellten Umzugskarton durch die Innenstadt.

Seit Samstagmittag stand der Karton neben der Tiefgaragenausfahrt der Zentrale. Der Wind trieb Abrechnungen, Aufmaße und Auftragsbestätigungen durch die City, bis am Sonntag zwei Männer systematisch plünderten. Sie stopften Baupläne, darunter den der Tresoretage, in Kisten und Taschen, „damit sie nicht in falsche Hände geraten“, wie einer der beiden später beteuerte. Als er sah wie Zeugen die Polizei alarmierten und die Kripo die verbliebenen Unterlagen sicherte, bekam er kalte Füße und stellte sich auf der Polizeiwache. Jetzt sichtet der Sparkassenvorstand die fliegenden Blätter. Am Nachmittag das erste Aufatmen: „Sicherheitsrelevante Dinge, die Kunden betreffen, sind nicht in Umlauf gekommen“, sagt Wolfgang Schmitz, Leiter des Vorstandssekretariates. Bleibt die Frage: Wie konnte das passieren? Schmitz erste Vermutung: Die Unterlagen stammen von einer Baufirma. Die würde dann richtig Stress kriegen mit der Sparkasse.

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